Bildung

Bildung darf nicht ausgrenzen!

Bildung darf nicht ausgrenzen!

Die momentane Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen erschwert Schülern aus einkommensschwachen Familien den sozialen Aufstieg. Studiengebühren führen dazu, dass Abiturienten sich gegen das Studium entscheiden oder in Bundesländer ziehen, die keine Studiengebühren verlangen. Bildungschancen hängen nach wie vor zu stark von Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern ab. Bildung darf aber kein Privileg für diejenigen sein, die sie über das Elternhaus in die Wiege gelegt bekommen haben. Bildungsgerechtigkeit erfordert Gebührenfreiheit und folglich höhere Bildungsausgaben!

Daher nehme ich das Motto "Beste Bildung für Alle" sehr ernst und möchte als Landtagsabgeordneter schnellstmöglich das folgende Sofortprogramm umsetzen, um die Bildungsungerechtigkeit abzuschaffen.

Schule

1. Das Turbo-Abitur wird korrigiert.

Das nordrhein-westfälische Turboabitur belastet Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer in unverantwortlicher Weise. Die Schulzeitverkürzung nach dem Modell "Neun plus drei" insbesondere in der Sekundarstufe I vorzunehmen, hat zu einer ernormen Verdichtung des Unterrichts in der Sekundarstufe I des Gymnasiums geführt.

Mein Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern den Weg zum Abitur nach zwölf, aber auch nach 13 Jahren offen zu halten. Jeder Schüler soll selbst entscheiden können, wann er die Hochschulreife erlangen will. Ein generelles Abitur nach zwölf Jahren lehne ich ab.

2. Der Elternwille erhält wieder Vorrang.

Anstatt verbindliche Grundschulempfehlungen und Prognoseunterricht werden zukünftig wieder die Eltern in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern über die weitere Schullaufbahn ihrer Kinder entscheiden.

3. Die Kopfnoten werden abgeschafft.

Das Arbeits- und Sozialverhalten durch Kopfnoten zu beurteilen, ist kontraproduktiv. Eine solche Note wird der individuellen Vielfalt der Kinder nicht gerecht und entspricht nicht einer angemessenen Kultur der Rückmeldung. Vielmehr müssen Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten inhaltliche Hinweise zum Entwicklungsbedarf und zu erforderlichen Verhaltensänderungen enthalten.

4. Die Drittelparität wird wieder eingeführt.

Schülerinnen und Schüler werden in der Schulkonferenz gleichberechtigt an den Entscheidungen beteiligt. Wir stärken so die Mitgestaltung aller Beteiligten an einer Schule und damit die innerschulische Demokratie.

5. Die verbindliche Abschaffung der Schulbezirke für Grundschulen wird rückgängig gemacht.

Die Kommunen müssen eigenverantwortlich entscheiden können, wie sie notwendige Steuerungen vornehmen, um eine optimale Schulversorgung garantieren zu können.

6. Die Diffamierung der Gesamtschule wird beendet.

Neugründungen werden konstruktiv begleitet und die Ganztagsform wird wieder ermöglicht.

7. Schulleiterinnen und Schulleiter brauchen mehr Zeit, um das Schulleben zu gestalten.

In der Vergangenheit haben die Aufgaben enorm zugenommen, deshalb muss die Zeit für Schulleitung an allen Schulformen schrittweise ausbaut werden.

Hochschule

1. Staatliche Förderung der Hochschullandschaft

Ich stehe für eine in ihrer gesamten Breite geförderten Hochschullandschaft in staatlicher Verantwortung, deren Struktur national und international konkurrenzfähig ist, die staatlich solide finanziert ist und die sehr gute Studienbedingungen bietet.

2. Keine Privatisierung von Hochschulstandorten

Mit mir wird es keine Privatisierung von Hochschulstandorten geben. Auch die Universitätskliniken sollen in öffentlicher Verantwortung bleiben.

3. Überarbeitung der Bologna-Reformen

Ich stehe für die konsequente Überarbeitung und Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses. Ich werde für vergleichbare und angemessene Bachelorstudiengänge sorgen. Das beinhaltet für mich unter anderem längere Regelstudienzeiten (bis zu acht Semester), freiere Wahlmöglichkeiten bei Seminaren und Vorlesungen, weniger Anwesenheitspflichten und eine neue, einheitliche Berechnung der ECTS-Punkte. Außerdem müssen Studienstrukturen flexibel sein. Deshalb möchte ich den Studienortswechsel vereinfachen und gemeinsam mit den Hochschulen kooperative Standards für die wechselseitige Abstimmung der Studieninhalte entwickeln.

4. Sicherstellung eines Studienplatzes für Bachelor-Absolventen

Ich möchte sicherstellen, dass alle Studierenden mit Bachelorabschluss, die ihren Master machen möchten, auch einen Masterstudienplatz erhalten. Auch bei den Masterprogrammen muss auf ihre Studierbarkeit geachtet werden.

5. Gebührenfreies Studium

Ich stehe für ein gebührenfreies Studium, in dem kein junger Mensch vom Studium abgeschreckt wird. Daher möchte ich jegliche Formen von Studiengebühren zeitnah nach der Wahl abschaffen.

6. Erhöhung des BAföG

Ich stehe für das BAföG und setze mich für eine sofortige Erhöhung der Regelsätze über den Inflationsausgleich hinaus ein. Außerdem möchte ich die Gruppe der Bezugsberechtigten ausbauen und perspektivisch zu einer elternunabhängigen Förderung gelangen. Ein Stipendienwesen, wie es der Innovationsminister vorgeschlagen hat, lehne ich dahingegen ab. Die Studienfinanzierung muss nach sozialen Kriterien passieren und krisensicher sowie unabhängig sein.

7. Starke Studentenwerke

Ich stehe für starke Studentenwerke. Daher möchte ich die Studentenwerke als Hauptträger der sozialen Infrastruktur wieder finanziell und strukturell stärken. Sie müssen ihren Aufgaben flexibel, bedarfsgerecht und flächendeckend nachgehen können.